Tipps für ein gutes Bewerbungsanschreiben

Weil ich so gerne Dinge zu Papier bringe, möchte ich hier in lockerer Anordnung Geschriebenes als Kostproben anbieten. Die erste Mini-Serie dreht sich, weil es mich im Augenblick den größten Teil meiner Aufmerksamkeit kostet, um Tipps für ein gelungenes #Bewerbungsanschreiben:

Bevor es los geht:

Obwohl ich seit meinem Studienabschluss in Kommunikationswissenschaften bereits seit etlichen Jahren als Journalistin arbeite und beinahe täglich nichts anderes tue als Artikel, Newsmeldungen, Interwies, Produktdarstellungen, Reportagen oder Interviews zu verfassen, saß ich vor meiner ersten Bewerbung, die ich seit langem wieder schrieb, stundenlang vor einem lehren Blatt. Warum? Meiner Meinung nach ist nichts schwieriger – auch nicht ein Text über den Jahresabschluss von Großkonzernen,-) – als für sich Werbung in eigener Sache zu machen. Nichts anderes ist eine Bewerbung.

Also, was gehört in so ein Bewerbungsschreiben und was sollte ich tun, bevor es los geht?

  • Infos sammeln über den Adressaten meiner Bewerbung
  • Infos über mich herausfinden
  • Meine Infos mit dem Stellenprofil in Einklang bringen
  • Formalien – es kann losgehen

Zu 1) Mit Punkt eins „Infos sammeln über den Adressaten“ starten wir heute. Warum ist das so wichtig? Es ist leider in vielen Branchen z. B. im Journalismus oder der Pressearbeit keine Seltenheit mehr, dass Personaler auf eine ausgeschriebene Stelle an die hundert Bewerbungen erhalten. Da sollte der Bewerber schon im Anschreiben verdeutlichen, dass er sich mit dem betreffenden Unternehmen auseinandergesetzt hat. Der Besuch der Firmenhomepage ist also das Minimalprogramm. Bei Punkten wie „Über uns“, „Unternehmensgeschichte“ oder „Vorstand“ genau lesen bzw. hinsehen. Weitere Infos können Firmenflyer, Werbeprospekte oder auch Anzeigen liefern.

Verabschieden Sie sich von Langweiler-Einstiegssätzen

Der viel genutzte übliche Einstieg à la : „Mit großem Interesse habe ich gelesen, dass Sie eine Mitarbeiterin Blablabla… suchen, um diese Position möchte ich bewerben“, treibt vielen Personalberatern zumeist nur noch ein müdes Gähnen ins Gesicht.

Es geht auch anders. Auf Unternehmensseiten finden sich Leitsätze wie „Wir finden Ihren Weg“ (CPRO Industry) oder „MALZERS möchte der beste Bäcker des Ruhrgebiets sein“ (Malzers). Mit solchen Aussagen lassen sich prima Bewerbungsschreiben einleiten. Ein Einstieg wie „MALZERS möchte der beste Bäcker im Ruhrgebiet werden und ich möchte Ihr Unternehmen dabei tatkräftig als Mitarbeiterin Marketing unterstützen“, zeigt dem Personaler schon im ersten Satz, dass man sich mit dem Unternehmen und seinen Zielen auseinandergesetzt hat.

Die erfolgreiche Unternehmensberaterin Svenja Hofert aus Hamburg bringt es so auf den Punkt: „Gerade der erste Satz muss „sitzen“ …. Ihr erster Satz muss deshalb anders sein, als die ersten Sätze Ihrer Mitbewerber. Vielleicht beziehen Sie sich auf Ihre fachlichen oder persönlichen Qualifikationen, vielleicht auf das Unternehmen, auf dessen Werbung oder unternehmerische Ziel – aber bitte niemals auf „Ihre Anzeige im Stellenmarkt Monster vom 15.7.2008.“ (Hofert, Svenja, Praxismappe für die kreative Bewerbung, Eichhorn AG, Frankfurt am Main, Juli 2008, S. 91 ff.)

Mit einem spannenden Einstieg ist erstmal das Interesse der Verantwortlichen geweckt, wie ich herausfinde, welche Stärken ich habe, damit ich weiter punkten kann, erläutert der nächste Beitrag.

Birgit Hölker-Schüttler
Die Autorin hat einen Magisterabschluss im Fach Kommunikationswissenschaften. Seit vielen Jahren arbeitet sie als Journalistin für Tageszeitungen, die Fachpresse und für das Internet. Fasziniert von der Dynamik der Neuen Medien hat sie zudem erfolgreich eine Ausbildung als Social Media Managerin (IHK) absolviert und ist auf vielen Kanälen im Netz unterwegs.